Über den Wolken schwebt eine Stadt: KLA-UD-TA-UN. Was sich kompliziert liest, wird schlicht „Cloudtown“ ausgesprochen. Schon dieses Wortspiel verrät viel über Felix Grundhöfers Kunst: Er verschiebt das Vertraute so lange, bis es fremd wird, und umgekehrt wird das Fremde plötzlich vertraut. Schwerelos treiben die Inseln dieser Stadt durch die Luft. Die Wolke wird hier zum Bild für das Unbestimmte, für das Flüchtige und Wandelbare von Träumen und Gedanken.
Grundhöfers Traumwelt umfasst Zeichnungen und Comics ebenso wie Objekte, Plastiken und begehbare Rauminstallationen. Jede neue Formulierung wirkt, als hätte sich ein weiteres Stück der Wolkenstadt auf die Erde herabgesenkt. In der Traumfabrik werden Gedanken eingefangen, sortiert und archiviert. Manche werden auch ins Unterbewusstsein abtransportiert. KLA-UD-TA-UN ist damit zunächst ein Gedankenmodell, ein gebauter Denkraum, in dem jeder Betrachter seine eigene Geschichte weiterträumen kann.
Doch unter den skurrilen Wesen und dem schwarzen Humor liegt eine zweite Ebene. Die Wolkenstadt ist auch ein Gesellschaftsspiegel, teils bizarr, teils schonungslos präzise. In ihrer Unterwelt ziehen dubiose Unternehmer, Blender und Profiteure die Fäden, der Vergnügungstempel wird auf Kosten der Natur errichtet, und hinter der Maske der Wohltätigkeit verbirgt sich Korruption. Vieles davon kommt einem bekannt vor.
Bevölkert wird die Stadt von Androiden und hybriden Wesen, und mit Mr. Fou ist eine neue Figur hinzugekommen, die vom ewigen Leben träumt. Damit rückt das Verhältnis von Mensch und Maschine ins Zentrum. Was macht den Menschen menschlich? Ist er, wie der Aufklärer La Mettrie 1748 in „L’Homme machine“ behauptete, nur eine biologische Maschine? Und ab wann wird eine Maschine menschlich?
Kunsthistorisch steht Grundhöfer in der Tradition fantastischer Weltentwürfe, von Hieronymus Bosch über den Surrealismus bis zu den visionären Stadtutopien der Architektur. Sein eigentliches Vorbild aber ist der universell denkende Künstler der Renaissance, bei dem Wissenschaft und Fantasie zusammenfinden. Als Zeichner erzählt Grundhöfer Geschichten, als Architekt baut er Gedankenräume, als Bildhauer erschafft er die Bewohner seines Kosmos. Oft lässt sich kaum sagen, wo das eine aufhört und das andere anfängt. So entsteht eine Welt, in der sich aktuelle Fragen nach Natur, Technik und Macht wie von selbst stellen.
Dr. Antje Lechleiter
Grundhöfers Traumwelt umfasst Zeichnungen und Comics ebenso wie Objekte, Plastiken und begehbare Rauminstallationen. Jede neue Formulierung wirkt, als hätte sich ein weiteres Stück der Wolkenstadt auf die Erde herabgesenkt. In der Traumfabrik werden Gedanken eingefangen, sortiert und archiviert. Manche werden auch ins Unterbewusstsein abtransportiert. KLA-UD-TA-UN ist damit zunächst ein Gedankenmodell, ein gebauter Denkraum, in dem jeder Betrachter seine eigene Geschichte weiterträumen kann.
Doch unter den skurrilen Wesen und dem schwarzen Humor liegt eine zweite Ebene. Die Wolkenstadt ist auch ein Gesellschaftsspiegel, teils bizarr, teils schonungslos präzise. In ihrer Unterwelt ziehen dubiose Unternehmer, Blender und Profiteure die Fäden, der Vergnügungstempel wird auf Kosten der Natur errichtet, und hinter der Maske der Wohltätigkeit verbirgt sich Korruption. Vieles davon kommt einem bekannt vor.
Bevölkert wird die Stadt von Androiden und hybriden Wesen, und mit Mr. Fou ist eine neue Figur hinzugekommen, die vom ewigen Leben träumt. Damit rückt das Verhältnis von Mensch und Maschine ins Zentrum. Was macht den Menschen menschlich? Ist er, wie der Aufklärer La Mettrie 1748 in „L’Homme machine“ behauptete, nur eine biologische Maschine? Und ab wann wird eine Maschine menschlich?
Kunsthistorisch steht Grundhöfer in der Tradition fantastischer Weltentwürfe, von Hieronymus Bosch über den Surrealismus bis zu den visionären Stadtutopien der Architektur. Sein eigentliches Vorbild aber ist der universell denkende Künstler der Renaissance, bei dem Wissenschaft und Fantasie zusammenfinden. Als Zeichner erzählt Grundhöfer Geschichten, als Architekt baut er Gedankenräume, als Bildhauer erschafft er die Bewohner seines Kosmos. Oft lässt sich kaum sagen, wo das eine aufhört und das andere anfängt. So entsteht eine Welt, in der sich aktuelle Fragen nach Natur, Technik und Macht wie von selbst stellen.
Dr. Antje Lechleiter

























